Aktuelles aus der Werkstatt (1.5.2026)
Im Kometenfieber
Bis Ende März 2026 war die Welt der Kometenbeobachter in Erwartung eines "Sungrazers" namens C2026A1(MAPS) noch in Ordnung. Leider kam der Komet in seinem Perihel am 4. April der Sonnenoberfläche mit 160000 km Entfernung doch zu nahe, sodass er sich praktisch restlos auflöste. Danach konzentrierten sich die Hoffnungen auf C2025R3(Panstarrs). Wie wir inzwischen wissen, hat der Ende April seinen Periheldurchgang überlebt.
Nun darf man allerdings bei den uns zugänglichen Veröffentlichungen zu diesem Thema nicht vergessen, dass es sich weitgehend um automatische Übersetzungen amerikanischer Quellen handelt, die von ganz anderen Beobachtungsbedingungen (nämlich ausgesprochen idealen) ausgehen können, als sie bei uns gegeben sind. Außerdem sind Begriffe wie "mit bloßem Auge sichtbar" oder "Fernglasobjekt" wachsweich. Weiterhin ist es schon ein Unterschied, ob man einen Kometen als solchen erkennt oder nur als einen mehr oder weniger diffusen Punkt unter vielen anderen sieht. Was mir bei den "Importquellen" im Netz aufgefallen ist, waren ferner die vielen Übersetzungsfehler von den im amerikanischen Sprachgebrauch verwendeten Fachausdrücken ins Deutsche. Beispielsweise wurde der genannte Komet C2026A1(MAPS) in C2026A1(Karten) umgetauft; "MAPS" waren jedoch die Initialen der Entdecker.
Nun darf man allerdings bei den uns zugänglichen Veröffentlichungen zu diesem Thema nicht vergessen, dass es sich weitgehend um automatische Übersetzungen amerikanischer Quellen handelt, die von ganz anderen Beobachtungsbedingungen (nämlich ausgesprochen idealen) ausgehen können, als sie bei uns gegeben sind. Außerdem sind Begriffe wie "mit bloßem Auge sichtbar" oder "Fernglasobjekt" wachsweich. Weiterhin ist es schon ein Unterschied, ob man einen Kometen als solchen erkennt oder nur als einen mehr oder weniger diffusen Punkt unter vielen anderen sieht. Was mir bei den "Importquellen" im Netz aufgefallen ist, waren ferner die vielen Übersetzungsfehler von den im amerikanischen Sprachgebrauch verwendeten Fachausdrücken ins Deutsche. Beispielsweise wurde der genannte Komet C2026A1(MAPS) in C2026A1(Karten) umgetauft; "MAPS" waren jedoch die Initialen der Entdecker.
Hier zunächst ein kurzer Steckbrief von C2025R3(Panstarrs): Der Komet ist am 8.9.2025 bei der Durchsicht aktueller Aufnahmen eines 60-zölligen Teleskops des Panstarrs-Projektes von Hawaii aus als ein Objekt der 20. Größenklasse entdeckt worden. Nach weiteren Beobachtungen wurde klar, dass es sich um einen gleichzeitig mit unserer Milchstraße entstanden Kometen handeln musste, der sich vor etwa 170000 Jahren aus der sogenannten "Oortschen Wolke" auf einer hyperbolischen Bahn in Richtung "Sonne" aufgemacht hatte. Eine Reise ohne Wiederkehr. Nach dem Periheldurchgang am 19./20. April in 75 Mio km Entfernung erfolgte die nächste Annäherung an die Erde am 26. April. Der Kometenkern dürfte einen Durchmesser von nur etwa 1 km in Gestalt eines "Schmutzigen Schneeballs" nicht überschritten haben, der bei Annäherung an die Sonne noch an Substanz verloren hat. Aus der frei werdenden Materie wurde der schmale und strukturreiche Kometenschweif (von der Sonne abgewandt) aus Staub (magentafarben) und Gas (bläulich) gespeist. Während der Kometenkopf in den letzten Tagen vor dem Perihel einen Winkeldurchmesser von maximal 1 Bogenminute besaß, betrug die Schweiflänge etwa 10 Grad. Die größte Gesamthelligkeit soll um mag 4 gelegen haben.
Die erste realistische Beobachtungsmöglichkeit ergab sich mir am frühen Morgen des 7. April. Mich hatte gerade die Kunde vom Ausfall des C2026A1(MAPS) erreicht. In Anbetracht der Sichtbarkeitsbedingungen schien für einen ersten Versuch an C2025R3(Panstarrs) "leichtes" Gerät angeraten. Die geringe Horizonthöhe des Kometen in Verbindung mit dem dort verbreiteten Dunstschleier sowie der schnelle Fortschritt der Morgendämmerung erschwerten das Vorhaben fast mehr als gedacht. Weder mit bloßem Auge noch im Fernglas war der Komet zu finden. Auch der Blick auf das Display der auf einem Fotostativ montierten Kamera förderte bei 22 mm Brennweite nichts zutage. Ich tauschte daher das Objektiv gegen eines mit 85 mm Brennweite aus. Da fand sich das:
Komet C2025R3(Panstarrs) am 7.4.2026 4h27 in der beginnenden Morgendämmerung am Osthimmel
(Grüner Kometen-Kopf und schwacher magentafarbener Schweif nach rechts oben, im Fernglas nicht erkennbar)
Einzelbild (raw) mit stehender Kamera EOSM200 + 85 mm Canon-Objektiv 1:1.8 t=1.6sec ISO6400
nachbearbeitet mit PS
(Grüner Kometen-Kopf und schwacher magentafarbener Schweif nach rechts oben, im Fernglas nicht erkennbar)
Einzelbild (raw) mit stehender Kamera EOSM200 + 85 mm Canon-Objektiv 1:1.8 t=1.6sec ISO6400
nachbearbeitet mit PS
Negativ: Zunächst fällt die hohe Zahl (7) der erdnahen Kommunikationssatelliten auf. Flugzeuge habe ich bereits entfernt. Positiv: Der größere Maßstab beim 85 mm Objektiv führte zur Lokalisierung des gesuchten Kometen. Bei f=22 mm war von einem Schweif noch nichts zu erkennen gewesen. Der Kern verriet sich jedoch bei einer genaueren "Nachsichtung" durch seine grünliche Färbung. Insgesamt war das Ergebnis gegenüber den im Internet gezeigten Fotos aus südlichen Gefilden jedoch enttäuschend. Vielleicht klappte es mit dem 8"-RASA aber besser.
Komet C2025R3(Panstarrs) am 8.4.2026 4h27 - 5h16
52 jpg-Einzelbilder zu je 15sec Belichtungszeit bei ISO3200 mit 203/400 mm RASA + EOSM200a + LPR-Filter
gestackt mit DSS, wegen der geringen Eigenbewegung lediglich auf den Kometenkopf zentriert
Nachbearbeitung mit PS + plugins und Fitswork
52 jpg-Einzelbilder zu je 15sec Belichtungszeit bei ISO3200 mit 203/400 mm RASA + EOSM200a + LPR-Filter
gestackt mit DSS, wegen der geringen Eigenbewegung lediglich auf den Kometenkopf zentriert
Nachbearbeitung mit PS + plugins und Fitswork
Das sah ja schon eher nach Komet aus. Es war wegen der fortgeschrittenen Dämmerung erforderlich, nach einer bereits erfolgten Reduzierung der Belichtungszeit zusätzlich noch die Sensor-Empfindlichkeit abzusenken. Visuell war auch mittels Feldstecher kaum etwas vom Kometen zu sehen. Die geschätzte Helligkeit von + mag 5 erscheint unter den gegebenen Bedingungen vermutlich korrekt, aber nicht ausreichend für ein bewusst visuelles "Kometenerlebnis".
Erst eine Woche später konnte ich meine Beobachtungen des Kometen mit diesem Stimmungsbild "Komet über der Rhön" fortsetzen:
Komet C2025R3(Panstarrs) 15.4.26 4h16
die Lichter im Vordergrund gehören zu Hilders
raw - Einzelbild aufgenommen mit EOSM200 + 85 mm Tele 1:1.8 ISO12800 t=2sec
nachbearbeitet mit PS + plugins sowie fitswork
die Lichter im Vordergrund gehören zu Hilders
raw - Einzelbild aufgenommen mit EOSM200 + 85 mm Tele 1:1.8 ISO12800 t=2sec
nachbearbeitet mit PS + plugins sowie fitswork
Komet C2025R3(Panstarrs) 15.4.26 4h54 - 5h02
aufgenommen mit 203/400 mm RASA + Breitbandfilter + EOSM200a 25 x 15s ISO800 (raw)
gestackt mit DSS, wegen der geringen Eigenbewegung lediglich auf den Kometenkopf zentriert
Nachbearbeitung mit PS + plugins und Fitswork
aufgenommen mit 203/400 mm RASA + Breitbandfilter + EOSM200a 25 x 15s ISO800 (raw)
gestackt mit DSS, wegen der geringen Eigenbewegung lediglich auf den Kometenkopf zentriert
Nachbearbeitung mit PS + plugins und Fitswork
Wenn ich die fotografischen Ergebnisse beider Nächte miteinander vergleiche, war bei annähernd identischen Beobachtungsbedingungen der Komet in dieser Zeit zwar nicht wesentlich heller geworden (mag 5), sein Schweif erschien dagegen länger und reicher strukturiert. Einen Gegenschweif konnte ich in beiden Nächten nicht feststellen. Visuell war C2025R3(Panstarrs) auch im Fernglas kaum als Komet zu erkennen (Dunst + Dämmerung + sehr viele Flugbewegungen und Satelliten), also nicht der erhoffte "Burner", aber trotzdem ein Erlebnis.