Aktuelles aus der Werkstatt (1.3.2026)
Monde in unserer Nachbarschaft
Auch im Februar 2026 waren meine Gelegenheiten in Sachen Astrofotografie sehr überschaubar. Übrig blieben nur zwei Tage am Monatsende. Da hatte ich mir unseren Mond und den immer noch den Abendhimmel dominierenden Planeten Jupiter für Tests und Training am 203/2000 mm Spiegelteleskop ausgesucht. Wie so häufig entwickelten sich die Einsätze etwas anders als geplant:
Vorsorglich hatte ich auf dem ins Auge gefassten Fernrohrstandort vor dem Pferdestall Schnee und Eis weggeräumt. Wie sich dann später herausstellte, war das durch einen überraschenden Vorfrühlingseinbruch überflüssig gewesen. Aber lieber so als andersrum. Am 26. hatte ich mir dann zunächst die Installierung eines neuen Sucherfernrohres mit rechtwinkligem Einblick vorgenommen. Das Besondere dieser Konstruktion war, dass auch bei beliebiger Drehung um die Sucherachse die Parallelität mit der optischen Achse des Teleskop unverändert blieb. Das erfolgte noch vor Sonnenuntergang unter Zuhilfenahme des Gipfelkreuzes der Milseburg und bedeutete eine wichtige ergonomische Verbesserung für mich beim Aufsuchen der Objekte am Himmel.
Mein erstes "Opfer" sollte eigentlich Jupiter sein. An ihm wollte ich einige Video-Sequenzen mit längerer Brennweite durch das Teleskop zur Gewinnung von Detailaufnahmen "verschießen". Doch dann entschied ich mich anders und nahm in Anbetracht des mäßigen Seeings und der befürchteten technischen Probleme mit dem Laptop die Digitalkamera. So kamen bei Jupiter "nur" Übersichtsbilder von ihm gemeinsam mit seinen hellsten Monden infrage. Damit erklärt sich bereits das Motto in der Überschrift.
Zunächst zur weiteren Erläuterung: Ursprünglich hat man den Begriff "Mond" auf den Erdmond beschränkt, von dem sich auch unser "Monat" herleitet, denn er braucht etwa 1 Monat für einen Erdumlauf. Man kannte ja auch nichts Vergleichbares, denn das Fernrohr war noch nicht erfunden. Dafür gab es bereits feste Vorstellungen vom Aufbau einer Weltordnung mit der Erde als Zentrum. Heute werden ganz allgemein unter "Monden" (Synonyme: Trabant und Satellit) natürliche Himmelskörper mit der Mindestgröße eines Felsens verstanden, die sich im Normalfall um einen Planeten bewegen. Die großen kommen der Gestalt einer Kugel nahe und können sogar eine eigene Atmosphäre, Wassereis oder auch Vulkanismus aufweisen. Je größer ein Mond, desto stabiler seine Bahn und desto eher die Wahrscheinlichkeit einer gemeinsame Entstehung mit dem Heimatplaneten. Die Umlaufzeit um diesen liegt zwischen einem Tag und einigen Jahren. Viele haben eine "gebundene" Rotation, d. h. sie wenden wie der Erdmond ihrem Planeten immer dieselbe Seite zu. Kleinere Vertreter sind häufig erst später "eingefangen". Von der Internationalen Astronomischen Union wurden bis Ende 2025 in unserem Sonnensystem 274 Monde als "gesichert" registriert. Auf Jupiter entfallen davon 90. Die mit Abstand größten vier findet man bereits im guten Fernglas:
Vorsorglich hatte ich auf dem ins Auge gefassten Fernrohrstandort vor dem Pferdestall Schnee und Eis weggeräumt. Wie sich dann später herausstellte, war das durch einen überraschenden Vorfrühlingseinbruch überflüssig gewesen. Aber lieber so als andersrum. Am 26. hatte ich mir dann zunächst die Installierung eines neuen Sucherfernrohres mit rechtwinkligem Einblick vorgenommen. Das Besondere dieser Konstruktion war, dass auch bei beliebiger Drehung um die Sucherachse die Parallelität mit der optischen Achse des Teleskop unverändert blieb. Das erfolgte noch vor Sonnenuntergang unter Zuhilfenahme des Gipfelkreuzes der Milseburg und bedeutete eine wichtige ergonomische Verbesserung für mich beim Aufsuchen der Objekte am Himmel.
Mein erstes "Opfer" sollte eigentlich Jupiter sein. An ihm wollte ich einige Video-Sequenzen mit längerer Brennweite durch das Teleskop zur Gewinnung von Detailaufnahmen "verschießen". Doch dann entschied ich mich anders und nahm in Anbetracht des mäßigen Seeings und der befürchteten technischen Probleme mit dem Laptop die Digitalkamera. So kamen bei Jupiter "nur" Übersichtsbilder von ihm gemeinsam mit seinen hellsten Monden infrage. Damit erklärt sich bereits das Motto in der Überschrift.
Zunächst zur weiteren Erläuterung: Ursprünglich hat man den Begriff "Mond" auf den Erdmond beschränkt, von dem sich auch unser "Monat" herleitet, denn er braucht etwa 1 Monat für einen Erdumlauf. Man kannte ja auch nichts Vergleichbares, denn das Fernrohr war noch nicht erfunden. Dafür gab es bereits feste Vorstellungen vom Aufbau einer Weltordnung mit der Erde als Zentrum. Heute werden ganz allgemein unter "Monden" (Synonyme: Trabant und Satellit) natürliche Himmelskörper mit der Mindestgröße eines Felsens verstanden, die sich im Normalfall um einen Planeten bewegen. Die großen kommen der Gestalt einer Kugel nahe und können sogar eine eigene Atmosphäre, Wassereis oder auch Vulkanismus aufweisen. Je größer ein Mond, desto stabiler seine Bahn und desto eher die Wahrscheinlichkeit einer gemeinsame Entstehung mit dem Heimatplaneten. Die Umlaufzeit um diesen liegt zwischen einem Tag und einigen Jahren. Viele haben eine "gebundene" Rotation, d. h. sie wenden wie der Erdmond ihrem Planeten immer dieselbe Seite zu. Kleinere Vertreter sind häufig erst später "eingefangen". Von der Internationalen Astronomischen Union wurden bis Ende 2025 in unserem Sonnensystem 274 Monde als "gesichert" registriert. Auf Jupiter entfallen davon 90. Die mit Abstand größten vier findet man bereits im guten Fernglas:
26.2.2026 20h40 Planet Jupiter mit den "Galileischen" Monden (Entdecker: 1610 Christoph Scheiner)
203/2000 mm SC-HD fokal + EOSM200 (jpg)
Stack aus 2 Einzelaufnahmen (Jupiter 1/60s ISO100 + Monde 1/30s ISO6400)
zusammengefügt über die Ebenenfunktion von PS
203/2000 mm SC-HD fokal + EOSM200 (jpg)
Stack aus 2 Einzelaufnahmen (Jupiter 1/60s ISO100 + Monde 1/30s ISO6400)
zusammengefügt über die Ebenenfunktion von PS
Auf einem Foto, das ich vor zehn Jahren mit einem größeren Teleskop und unter besseren Bedingungen gemacht habe, werden sogar Oberflächendetails des Jupitermondes "Kallisto" sichtbar, der hier vor der Planetenoberfläche vorbeizieht:
17.3.16 21:00 Jupiter (d=44") mit seinem 2. größten Mond Kallisto (d=1.6")
356/3900-mm-SC-HD + 2.5 x Barlowlinse, f(eff)=9750 mm
L: 2000/2000x1/83s mit SkyrisM + IR-Passfilter
RGB: 2000/2000x1/120s mit SkyrisC + IR-Sperrfilter
getrennt gestackt, 3 x gedrizzelt und geschärft mit Registax 6 (RGB: korrigiert, aber ungeschärft)
nachbearbeitet mit Photoshop CC, gemischt über Ebenenfunktion (~ 75 % L + 25 % RGB)
356/3900-mm-SC-HD + 2.5 x Barlowlinse, f(eff)=9750 mm
L: 2000/2000x1/83s mit SkyrisM + IR-Passfilter
RGB: 2000/2000x1/120s mit SkyrisC + IR-Sperrfilter
getrennt gestackt, 3 x gedrizzelt und geschärft mit Registax 6 (RGB: korrigiert, aber ungeschärft)
nachbearbeitet mit Photoshop CC, gemischt über Ebenenfunktion (~ 75 % L + 25 % RGB)
Doch zurück zum 26. Februar 2026: In direkter Nachbarschaft zum Jupiter stand hoch am Abendhimmel der zunehmende Erdmond, hier aus Platzgründen nur teilweise abgebildet:
26.2.2026 20h58 zunehmender Mond
aufgenommen mit 203/2000 mm SC-HD + EOSM200, t=1/200sec ISO100
Panorama aus 2 raw-Einzelbildern, nachbearbeitet mit PS, zusammengefügt mit ICE
aufgenommen mit 203/2000 mm SC-HD + EOSM200, t=1/200sec ISO100
Panorama aus 2 raw-Einzelbildern, nachbearbeitet mit PS, zusammengefügt mit ICE
Über ihn habe ich schon öfter berichtet. Der Erdmond gilt wie alle anderen Monde in unserer Nachbarschaft namentlich durch das Fehlen einer Atmosphäre als "lebensfeindlich". Eine Besonderheit ist das enge Verhältnis zwischen seiner Masse und der seines Heimatplaneten, nämlich 1:81. Das kommt schon einem "Doppelplaneten" sehr nahe.
Am Abend des 27. Februar habe ich mit dem Fernrohr in derselben Himmelsgegend noch einmal "gewildert". Diesmal lag mein Schwerpunkt auf dem Planeten Uranus. Uranus wurde 1781 von W. Herschel entdeckt, der 1787 die Monde Titania und Oberon als Erster fand.
Planet Uranus mit seinen hellsten Monden Titania und Oberon
27.2.2026 21h28
203/2000 mm SC-HD + EOSM200 1x3.2 sec ISO25600 (raw)
nachbearbeitet mit PS+Plugins
27.2.2026 21h28
203/2000 mm SC-HD + EOSM200 1x3.2 sec ISO25600 (raw)
nachbearbeitet mit PS+Plugins
Mancher wird sich fragen: Und was ist mit den Marsmonden? Das sind doch die nach unserem Mond die nächsten in dieser Kategorie. Stimmt. Von denen habe ich noch keine eigenen Fotos.