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A k t u e l l

Aktuelles aus der Werkstatt  (1.4.2026) 
Nacht muss es sein, wo Friedlands Sterne strahlen ...
Dieser Satz des astrologiegläubigen Protagonisten in Schillers Wallenstein-Drama trifft  sinngemäß auch auf die Bedingungen der Qualität optischer Himmelsbeobachtungen zu, insbesondere natürlich bei der Fotografie lichtschwacher und kontrastarmer DeepSkyObjekte. Mitte März spielten tatsächlich hier auch Wetter und Mond  mit. Mein Versuch,  den Orionnebel M42/43 aufzunehmen, scheiterte jedoch wiederum am lebhaften "Flugverkehr" von Satelliten und Jets  in dieser Himmelsgegend. Nachrücker war der Rosettennebel NGC2237 im Sternbild "Einhorn". Auf dem Übersichtsfoto kann man ihn leicht am oberen linken Bildrand östlich von Beteigeuze, dem orangefarbenen Schulterstern  des Orions, ausmachen. 
Bild


 Spätwinterlicher Sternhimmel über der Milseburg am 15.3.2026 um 21h56
aufgenommen mit EOSM100a + Pancake-Objektiv f=22 mm, abgeblendet auf 1:3.5 
30x6sec ISO6400 (jpg), gestackt mit Sequator, nachbearbeitet mit Photoshop + Plugins
Nachfolgend nun eine Detailaufnahme des Rosettennebels, die seine ganze Pracht und auch seine Ähnlichkeit mit einer Rosette erkennen lässt. Physikalisch gesehen handelt es sich um einen Emissionsnebel in unserer Milchstraße aus überwiegend Wasserstoffmolekülen, einem Entstehungsort neuer Sterne. Von denen enthält er etwa 2500. Am auffälligsten ist der offene Sternhaufen NGC2244 in seinem Zentrum, der bereits die ihn umgebende Molekülwolke weggeblasen hat. Die Farbnuancen des Rosettennebels  sind in den unterschiedlichen Sterntemperaturen begründet. Die Wolke wird sich langsam auflösen, sodass letztlich nur noch die Sterne übrigbleiben. Doch das wird dauern.
Bild
Rosetten-Nebel im Sternbild "Einhorn" am 9.3.2026 21h00  E~5000 LJ
 203/400 mm RASA + EOSM200a + LPR-Filter  90 x 30 sec ISO6400 (jpg)
gestackt mit DeepSkyStacker, nachbearbeitet mit Photoshop + Plugins
Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, in der zweiten Märzhälfte noch ein DeepSkyObjekt erwischen zu können: Der Mond wurde täglich störender, das Wetter unbeständiger. Doch man muss auf alles gefasst sein: Entgegen der Dreitage-Prognose einer Mehrheit meiner  Astro-Wetterdienste sollte es sich nämlich überraschend in der ersten Nachthälfte des 24. März "entwölken". Um diese Zeit wäre auch der Mond nicht mehr "gefährlich", und die Whirlpool-Galaxie im Sternbild der Jagdhunde stünde hoch in Zenitnähe oberhalb der alten Bäume auf der anderen Seite des Pferdestalls. Das wäre die Gelegenheit, auf die ich so lange gewartet hatte ...
Wegen der immer noch unsicheren Wetterprognose habe ich erst kurz vor Mitternacht den 8" RASA aufgebaut und initialisiert. Der Beobachtungshund war im Stroh einer sonst leeren Pferdebox auf Mäusejagd, während ich auch ohne Wind und Schnee bei Temperaturen um null Grad frierend am Teleskop stand und dort die Aktion betreute. Das hieß u. a.: erstmal das Objekt auffinden, zentrieren und fokussieren, die nötigen Einstellungen der Kamera vornehmen, im Bedarfsfall die Korrektionslinse des Teleskops mit dem Fön abtauen, schließlich die Aufnahmen in 10er-Serien auslösen und notfalls bei Störungen aller Art eingreifen. Erschwert wurde die Aufgabe dadurch, dass die Finger klamm waren, der Stirnlampe nach kurzer Zeit der "Saft" ausging, und ich ein größeres Schlafdefizit vor mir herschob. Aber technisch lief überraschend das Meiste  nach Plan. Sogar der Zeitungszusteller verzichtete auf Fernlicht und eine Auseinandersetzung zwischen zwei Katzen bedeutete neben dem Schnauben der Pferde eher eine willkommene Ablenkung. Kurz nach drei zeigte dann ein rotes Kamerawarnlicht an: "Akku leer". Auch ohne  automatisches "Guiding" der Fernrohrnachführung war M51 jedoch immer noch im Zentrum des Gesichtsfeldes. Nach bis dahin zweistündiger Gesamtbelichtung erschien es mir angeraten, keinen neuen Akku mehr einzusetzen, sondern einfach abzubauen.
Bild
Whirlpool-Galaxie im Sternbild "Jagdhunde" (E~ 30 Mio. LJ), m~ 8.4
aufgenommen am 24.3.2026 von 0h39-3h03
Stack aus 221 jpg-Einzelaufnahmen mit 203/400 mm RASA + EOSM200a zu je 30 sec bei ISO6400
gestackt mit DeepSkyStacker, nachbearbeitet mit Photoshop + Plugins + Fitswork
Die 1773 von Charles Messier entdeckte und unter M51 in seinen Katalog aufgenommene Whirlpool-Galaxie besteht eigentlich aus zwei wechselwirkenden Galaxien. Am größeren Partner, der von einem supermassiven Loch dominiert wird,  stellte 1845 Lord Rosse erstmals die Spiralstruktur einer Galaxie fest. Dieser Teil besitzt etwa die Größe unserer Milchstraße. Die Wechselwirkungen beider Partner führen zu einer nachhaltig hohen Sternentstehungsrate, deutlich erkennbar an den roten/magentafarbenen Zonen in den Spiralarmen. 
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