Zum Jahreswechsel 2013/14 hatte ich nach drei LX200-Schmidt-Cassegrains von Meade ein gabelmontiertes 11“ CPC-HD mit Polhöhenaufsatz von Celestron gekauft. Dieses Teleskop besitzt als Verbesserung gegenüber einem herkömmlichen Schmidt-Cassegrain im Bereich der Hauptspiegelbohrung einen Korrektor, der für die fotografisch wichtige Bildfeldebnung sorgt. Der Temperaturausgleich kann daher nicht über den Okularstutzen erfolgen, sondern nur über separate Entlüftungsschlitze am Boden der Spiegelzelle.
Wegen des Korrektors lassen sich auch nur spezielle Brennweitenreduzierer verwenden. Ein extremer Brennweitenreduzierer ist der "Hyperstar". Celestron hatte lange einen solchen im Angebot, ihn mittlerweile jedoch aus dem Programm genommen. Er ist aber direkt über den Hersteller Starizona erhältlich (evtl. auch für Meade-Teleskope) und lässt sich ohne große Probleme innerhalb von fünf Minuten anstelle des Sekundärspiegels einbauen. Dadurch entsteht ein Schmidtkamerasystem mit einem Öffnungsverhältnis von 1:2! Infolge der Verkürzung der Brennweite werden bei der Deepskyfotografie mit amateurüblichen Teleskopen keine größeren Ansprüche mehr an eine Nachführung gestellt, denn es reichen den mittlerweile sehr empfindlichen und trotzdem rauscharmen Aufnahmechips Belichtungszeiten von 30 bis 120 Sekunden, um selbst lichtschwache Deepskyobjekte abzubilden, insbesondere, wenn man die Einzelbilder stackt. Damit wird auch ein "Guiding" überflüssig. An den Hyperstar kann man dann entweder eine spezielle Astrokamera, aber auch eine handelsübliche Spiegelreflex- oder Systemkamera anbringen. Wichtig ist nur, dass die Obstruktion im Strahlengang nicht zu groß wird.
Ich habe bis 2019 mit guten Ergebnissen die kleinen Systemkameras von Canon am C11 Hyperstar eingesetzt. Leider stellten sich zuletzt einige Probleme mit der Kollimation ein, die sehr nervig waren. So lockerten sich die Stellschrauben gerne regelmäßig von allein. Zuletzt ging sogar eine verloren. Ganz übel habe ich in Erinnerung, dass seinerzeit passende Ersatzschrauben in Deutschland nicht lieferbar waren! Aber wenn alles passt, ist der Hyperstar schon eine echte Licht-Kanone und ein damit ausgestatteter SC ein richtiges Universalinstrument gleichermaßen für visuelle und fotografische Anwendung. Nach meiner Erfahrung ist bei Belichtungen bis ca. 60 Sekunden außer dem parallaktischen Initialisieren und der Schneckenfehlerkorrektur kein zeitraubendes „Einscheinern“ der Montierung mehr erforderlich.
Aktuell verwende ich den C11 in der Astrofotografie nur für Sonne, Mond und Planeten überwiegend in Verbindung mit einer 2,5 x Barlowlinse und bei hellen Planetarischen Nebel mit einem 0,7 x Brennweitenreduzierer von Optec sowie als Trägerteleskop meiner Teleobjektive für Deepskyübersichten. Mit einer praktisch aus dem Stand heraus möglichen Inbetriebnahme des Teleskopes, dem Aufwecken aus dem "Schlafmodus", lassen sich auch kurzfristige Gelegenheiten ausnutzen und beispielsweise Planeten bei Tag auffinden. Das setzt natürlich eine "bombensichere" Aufstellung voraus. Man sollte aber auch ohne konkreten Anlass immer mal Ausrichtung und Nivellierung überprüfen. Die Genauigkeit der Initialisierung lässt sich durch Verwendung einer Atomzeit-App noch weiter verbessern. Das Aufsuchen der Objekte aus dem umfangreichen Verzeichnis oder per Koordinateneingabe erfolgt bei den Goto-Teleskopen von Celestron und Meade problemlos - für mich ganz wichtig. So habe ich doch an meinem ersten Beobachtungsabend mit einem computergesteuerten Teleskop mehr gesehen als in all den Jahren zuvor! Im Vergleich mit meinen früheren Meades sind die verwendeten Celestrons insgesamt gleichwertig. Die Bedienung unterscheidet sich nur unwesentlich.
Ich habe bis 2019 mit guten Ergebnissen die kleinen Systemkameras von Canon am C11 Hyperstar eingesetzt. Leider stellten sich zuletzt einige Probleme mit der Kollimation ein, die sehr nervig waren. So lockerten sich die Stellschrauben gerne regelmäßig von allein. Zuletzt ging sogar eine verloren. Ganz übel habe ich in Erinnerung, dass seinerzeit passende Ersatzschrauben in Deutschland nicht lieferbar waren! Aber wenn alles passt, ist der Hyperstar schon eine echte Licht-Kanone und ein damit ausgestatteter SC ein richtiges Universalinstrument gleichermaßen für visuelle und fotografische Anwendung. Nach meiner Erfahrung ist bei Belichtungen bis ca. 60 Sekunden außer dem parallaktischen Initialisieren und der Schneckenfehlerkorrektur kein zeitraubendes „Einscheinern“ der Montierung mehr erforderlich.
Aktuell verwende ich den C11 in der Astrofotografie nur für Sonne, Mond und Planeten überwiegend in Verbindung mit einer 2,5 x Barlowlinse und bei hellen Planetarischen Nebel mit einem 0,7 x Brennweitenreduzierer von Optec sowie als Trägerteleskop meiner Teleobjektive für Deepskyübersichten. Mit einer praktisch aus dem Stand heraus möglichen Inbetriebnahme des Teleskopes, dem Aufwecken aus dem "Schlafmodus", lassen sich auch kurzfristige Gelegenheiten ausnutzen und beispielsweise Planeten bei Tag auffinden. Das setzt natürlich eine "bombensichere" Aufstellung voraus. Man sollte aber auch ohne konkreten Anlass immer mal Ausrichtung und Nivellierung überprüfen. Die Genauigkeit der Initialisierung lässt sich durch Verwendung einer Atomzeit-App noch weiter verbessern. Das Aufsuchen der Objekte aus dem umfangreichen Verzeichnis oder per Koordinateneingabe erfolgt bei den Goto-Teleskopen von Celestron und Meade problemlos - für mich ganz wichtig. So habe ich doch an meinem ersten Beobachtungsabend mit einem computergesteuerten Teleskop mehr gesehen als in all den Jahren zuvor! Im Vergleich mit meinen früheren Meades sind die verwendeten Celestrons insgesamt gleichwertig. Die Bedienung unterscheidet sich nur unwesentlich.
11" CPC beim Feldeinsatz anlässlich einer ISS-Mond-Passage 2018
Man beachte den Kinderwagen, der bei solchen Gelegenheiten äußerst nützlich ist.
Man beachte den Kinderwagen, der bei solchen Gelegenheiten äußerst nützlich ist.
Der 11" SC stellt für einen Sternfreund mit Normalstatur etwa die Oberkante eines transportablen Teleskops dar. Da mir 11" jedoch noch nicht genug Öffnung waren, hatte ich mir 2016 zusätzlich noch einen 14" SC-HD (seinerzeit ebenfalls mit Hyperstar) auf Deutscher Montierung zugelegt. In die Klappdachhütte passte er gerade noch rein. Ich habe mich schweren Herzens 2018 wieder von ihm getrennt. Entscheidend dafür waren gesundheitliche Zwänge und die Verschlechterung der örtlichen Aufnahmebedingungen, die für kleinere und im Zweifelsfalle transportablere Geräte sprachen. Im Zuge dieser Umstrukturierung habe ich auch meinen 11“ Hyperstaransatz abgegeben. Die DeepSkyFotografie erfolgt jetzt schwerpunktmäßig mit einem 203/400 RASA (Rowe-Ackermann-Schmidt-Astrograf). M31 und Cirrusnebel passen übrigens gerade noch ganz ins Gesichtsfeld. Visuelle Beobachtungen sind damit allerdings nicht möglich. Wegen der Kameraobstruktion im Strahlengang ist der 8" RASA nicht uneingeschränkt kompaktkameratauglich, sondern kann nennenswert Silhouettierung und Spikes produzieren. Der Astrograf wurde auf einer Dt. Montierung geliefert und macht einen ausgereiften und soliden Eindruck. Lediglich Dosenlibelle, Kompass und Winkelsucher musste ich ergänzen. Den serienmäßigen Ventilator zur Spiegelbelüftung habe ich bisher kaum gebraucht, vielleicht auch deshalb, weil die Stromversorgung durch ein externes Batteriepack sehr provisorisch ist. Die AVX-Montierung ist mindestens eine Klasse besser als der für mobile Zwecke von mir bisher benutzte StarAdventurer desselben Herstellers. Das geht dann natürlich auf Kosten eines höheres Eigengewichtes. Mit der Zentrierung der Align-Sterne im Kameradisplay lässt sich bereits eine für 30 Sekunden Einzelbelichtungen vollkommen ausreichende Genauigkeit erreichen. Durch die 10-fach Lupe und die verstellbare Bildschirmorientierung der EOS-Systemkamera ist das eine Kleinigkeit. Positiv ist mir ferner aufgefallen, dass beim Fokussieren kein nennenswertes Spiegelshifting auftrat und die Kollimierung der Optik im Gegensatz zum Hyperstar unverändert gut blieb, was bei einem mobilen Einsatz besonders wichtig ist. Inzwischen habe ich für die AVX-Montierung noch einen normalen Celestron 203/2000 SC-HD-OTA beschafft, der den RASA ergänzen soll.
Transportabler 8" Rowe-Ackermann-Schmidt-Astrograf auf AVX-Montierung im nächtlichen Einsatz
Für Übersichtsaufnahmen großflächiger Objekte setze ich seit Sommer 2011 neben einigen kleineren Objektiven ein Canon EF 200 mm f/2.8 LII USM ein. Hier passt der Andromedanebel sogar ganz locker ins Gesichtsfeld! Dieses lichtstarke Objektiv mit 72 mm Öffnung liefert im Zusammenspiel mit dem APS-C-Chip auch unabgeblendet scharfe Fotos ohne nennenswerte Abschattung bis zum Rand. Wegen seines geringen Gewichts von 765 g und der kurzen Baulänge lässt es sich mit der kompakten Kamera piggyback durch nur 1 Befestigungspunkt montieren. Für Deepsky-Einzelbelichtungen von 60 Sekunden hat sich die parallaktische Aufstellung des Trägerteleskops ohne Guiding als absolut ausreichend erwiesen. Noch länger ohne Guiding kann ich mit einem 85er f/1.8 von Canon belichten. Die Abbildungsqualität dieses an sich guten Objektives ist durch Abblenden noch verbesserungsfähig.
Ein Teleskop ist nur so gut wie seine Montierung. Das merkt man insbesondere als Himmelsfotograf ganz schnell. Da kommt es in jedem Fall auf Nachführgenauigkeit an, egal, ob es um Planetenfotografie mit langen Brennweiten oder in der Deepskyfotografie eher um lange Belichtungszeiten geht. Außerdem muss der Beobachter die Montierung ohne Kabelsalat und möglichst einfach handhaben können. Mechanisch soll sie möglichst unempfindlich gegenüber Erschütterungen, Schwingungen und Wind sein und damit auch dem Teleskopgewicht angemessen. Wird im Prospekt die zulässige Tragkraft beispielsweise mit 10 bis 15 kg angegeben, bleibt man lieber bei 10 kg Tubusgewicht. Das heißt, man darf keinesfalls an der Montierung sparen! Die ist rasch teurer als das Fernrohr. Heute ist zum Auffinden der Objekte die „GoTo“-Funktion Standard. Das spart Zeit und schont die Nerven. Die parallaktische Bauweise ist ein Muss! Was die Art der Teleskopmontierungen betrifft, ist für mich eine technisch ausgereifte Gabelmontierung mit parallaktischem Aufsatz die ideale Lösung für einen SC. Durch sie wird das Gesamtsystem erst richtig handlich. Die Gabelmontierung passt allerdings nicht zu allen Fernrohrtypen. Ihr Hauptvorteil liegt gegenüber der Deutschen Montierung in geringeren Herstellungskosten, niedrigerem Gewicht und gleichmäßigerer Gewichtsverteilung. Was ich erst beim Betrieb der Deutschen Montierung meines früheren C14 auf einer Gabelmontierung schätzen gelernt habe, war das Fehlen eines Umschlagpunktes beim Durchgang durch den Meridian und der nicht vorhandene Konusfehler bei der Aufstellung. Wenn ich das noch ausgleichen muss, vergrößert sich der Aufwand für Langzeitbelichtungen weiter. Das gilt bei mir auch für die Verwendung eines Autoguiders. Ich habe zwar über einen, benötige ihn jedoch angesichts der „schnellen“ Optiken und der Stacktechnik bei Deep-Sky-Aufnahmen nicht zwingend, was zu einer Reduzierung des Aufwands und einer besseren Nutzung von Wolkenlücken führt. Ein letzter Nachteil der Dt. Montierung am SC fällt mir ein: Während der gabelmontierte SC wenig windexponiert ist, ist der frei stehende 14" SC auf Dt. Montierung ein echter Windfang, aber der stellt für einen Amateur meist auch die Obergrenze für ein Teleskop dar.
Celestron 11"CPC-HD auf Gabelmontierung, parallaktischem Aufsatz und Dreibeinstativ
Piggyback ist hier noch ein Kugelkopf mit Prismaschine für koaxiale Großfeldfotografie angebracht
Piggyback ist hier noch ein Kugelkopf mit Prismaschine für koaxiale Großfeldfotografie angebracht
Erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch meinen inzwischen verkauften StarAdventurer, einen Startracker. Ich hatte ihn mir für die Großfeldfotografie auf Reisen zugelegt. In der Kombination mit Digitalkameras funktioniert er ohne große Mühe bei Brennweiten bis etwa 200 mm. Lediglich das Justieren des Polsuchers und das Einnorden gehen an die Nerven und ans Genick. Lindern kann man das Ganze durch einen Winkelsucher und eine Polarstern-App. Bei längeren Brennweiten kommt noch die Schwierigkeit dazu, das Foto-Objekt möglichst mittig ins Gesichtsfeld zu bekommen. Wenn man dann aber ein stabiles Stativ und einen guten Kugelkopf hat, sind die Ergebnisse eindrucksvoll. Belichtungszeiten bis zu mehreren Minuten, abhängig insbesondere von der Genauigkeit der Aufstellung, der Objektivbrennweite und der Deklination des Objektes, sind durchaus machbar. Der StarAdventurer funktioniert übrigens sowohl mit eingebauten Batterien als auch mit Powertank. Goto und Nachführung in Deklination sind allerdings nicht vorhanden. Bei der Mechanik muss man durch die leichte Bauweise Kompromisse eingehen. Dafür darf man den Startracker im Flugzeug mitnehmen. Bei mir ist er inzwischen durch die AVX-Montierung ersetzt.

