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A k t u e l l

Aktuelles aus der Werkstatt  (1.8.2026) 
Das Ende der Saure-Gurken-Zeit? (II)
In den letzten aktuellen Seiten ging es um sehenswerte Sternenkonjunktionen am abendlichen Westhimmel. Das war aber nur die eine Hälfte. Die andere Hälfte am Morgenhimmel will ich hiermit nachliefern. Polarlichter und Leuchtende Nachwolken traten zwar auch auf. Die habe ich leider mit einer Ausnahme "verpennt". Was die morgendlichen Konjunktionen betrifft, erschien mir der organisatorische Aufwand überschaubarer. Störlicht fiel wegen der Tageszeit weitgehend weg, die Wetterlage reichte für mein Unterfangen auch aus. Vor allem: Die Milseburg konnte mir die Aussicht aus dem Obergeschoss des Wohnhauses nicht "verbauen"... und ich brauchte für die angedachten Übersichtsaufnahmen mit der kleinen Fotoausrüstung das Haus gar nicht zu verlassen, wodurch auch das Schlafdefizit verkleinert wurde, da ich den Osthorizont bequem aus dem Fenster einsehen konnte. Das war das Ideal. Wie sich dann in der Praxis später herausstellte, verbaute mir hier i. W. der Baumbestand den Traum vom Bild einer nahezu "allumfassenden" Konjunktion aus Mond, Großplaneten und markanten Sternhaufen wie sie in den Vorhersagen angepriesen wurde: Vergeblich erwartete ich den Aufgang der schmalen Mondsichel am 13. Juli für 3h25 am linken unteren Bildrand. Aber ohne die ging eigentlich gar nichts. Wie die Aufnahme zeigt, stand dort jedoch ein kleiner Obstbaum im Wege. Dafür waren die Planeten "Mars" und  "Uranus" sowie die offenen Sternhaufen "Plejaden" und "Hyaden" im Gesichtsfeld zu erkennen. 
Bild
Bild
Situation am 13.7.26 um 3h30 am Nordosthimmel
 aufgenommen mit EOSM100a  + Teleobjektiv mit f= 28 mm 1:4.5  ISO 3200  t=5 s (einzelnes raw-Bild)
montiert auf Tischstativ im Fensterrahmen des Trimmraums
Vielleicht passte das Gesichtsfeld aus dem östlichen Schlafzimmerfenster besser? Ich wechselte den Standort. Dort war der Anblick so:
Bild
Situation am 13.7.26 um 3h58 am Nordosthimmel
Sichel des aufgehenden Mondes, 3 % beleuchtet (Dunkelseite im "Erdlicht" sichtbar)
am oberen Bildrand mit dem Hauptstern des Fuhrmanns "Capella"
 aufgenommen mit EOSM100a  + 15 - 45 mm Teleobjektiv mit f= 28 mm 1:4.5  ISO 400  t=2s (einzelnes  raw-Bild)
montiert auf Tischstativ im Fensterrahmen des Schlafzimmers
Hier hat sich zwar die Mondsichel inzwischen  aus dem Gehölz hochgearbeitet, dafür sind die anderen "Hauptdarsteller" bereits rechts hinter der großen Torlinde verschwunden. Da hätte auch ein größeres Kameragesichtsfeld nicht geholfen. Das Bild gefällt mir aber durch seine besondere Dramatik. Fazit: Alle Objekte auf einem Foto zusammen ging auch hier nicht.
Bei der Fotosession am 13. Juli hatte ich bereits nach dem angekündigten Kometen Tempel 2 "geschielt", der aber für mich zu weit im Süden stand. Das habe ich am 28. Juli  mit einer Aufnahme aus dem Südfenster des Schlafzimmers im 1. Stockwerk des Wohnhauses nachgeholt. Mit meinem eigentlich besser geeigneten Astrografen wäre der Komet vermutlich vom Erdboden aus trotz Kulmination in den Baumwipfeln gar nicht sichtbar gewesen.
Allerdings war der Vollmond (!) infolge der Baumkulisse bereits merklich entschärft (Man hätte immer noch Zeitung lesen können.). Zudem kamen ja noch Horizontnähe und Straßenbeleuchtung hinzu, sodass das Bildergebnis erheblich nachbearbeitet werden musste.
Bild
Bild
 Gegenüberstellung Foto vs. Sternkarte (SkySafari) vom 28.7.2026 2h45
Foto aufgenommen mit EOSM100a  + 15 - 45 mm Teleobjektiv mit f= 24 mm 1:4.5  ISO 6400  t=2s (einzelnes  raw-Bild)
 Kamera montiert auf Tischstativ im Fensterrahmen des Südfensters im Schlafzimmer
Selbst von diesem Kamerastandort aus war es trotz Kulmination des Kometen ein knapper "Zieleinlauf". Kleinplanet Pluto hatte nicht soviel Glück gehabt. Er hätte sich aber nicht hinter der Baumkrone verstecken brauchen: Mit seiner Helligkeit von mag 14 wäre er sowieso nicht mehr aufs Bild gekommen.
Tempel 2 ist ein kurzperiodischer  Komet (5.4 Jahre Umlaufzeit, Kerndurchmesser ~ 10 km), der 1873 von Ernst Wilhelm Leberecht Tempel von Mailand aus entdeckt wurde. Perihel und größte Erdnähe finden Anfang August 2026 statt, sodass die Maximalhelligkeit bereits erreicht scheint. Auch die Horizontdistanz wird in unseren Breiten eher schlechter werden. 
Woran man aber denken sollte: Am 12. August findet eine bei uns partielle Sonnenfinsternis statt und am 28.8. eine partielle Mondfinsternis. 
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